Wieland-Preis für Nachhaltigkeit verliehen

Wieland-Preis für Nachhaltigkeit verliehen

Machbarkeitsstudie zur Elektromobilität im Werkverkehr

Am 29. Juli erhielt Eva Maria Treu, B.Eng. den Wieland-Preis für nachhaltige Technik und Wirtschaft. Sie hatte sich in ihrer Bachelor-Arbeit mit Potenzialen und Möglichkeiten einer elektrischen Sattelzugmaschine im öffentlichen Werkverkehr auseinandergesetzt. Geehrt wurde außerdem Professor Dr.-Ing. Klaus-Peter Franke, der die Arbeit betreute.

Nach Ansicht der Jury, bestehend aus Vertretern der Hochschule Ulm, des UNW (Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsentwicklung e. V.) und der Wieland-Werke AG, erfüllt die Arbeit von Eva Maria Treu die Kriterien des Nachhaltigkeitspreises. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass es sich ökonomisch wie ökologisch lohnt, auch schwere Lkw, die im näheren Umkreis unterwegs sind, mit Strom zu betreiben. So ließen sich auf diese Weise die CO2-Emissionen um 96 Prozent reduzieren.

Einsatz einer elektrischen Sattelzugmaschine

Das von der EU-Kommission 2011 erstellte Weißbuch für Verkehr kündigt als Ziel für 2050 einen Ausstoß von Emissionen an, der um 60 Prozent niedriger ist, als der im Jahr 1990. Zur Erreichung dieses Zieles ist es vorgesehen, dass insbesondere die Gütertransporte von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Dies ist jedoch insbesondere im Nahverkehr, bedingt durch die mangelnde Infrastruktur, nur sehr schwer umsetzbar und meist nicht wirtschaftlich. Es besteht Bedarf an umweltfreundlichen Alternativen.

Eva Maria Treu beschäftigte sich deshalb in ihrer Bachelor-Arbeit mit der Frage, ob sich der Betrieb von 40 Tonnen schweren Sattelzügen auf einer festen Route vom umweltbelastenden diesel-motorischen auf einen nahezu CO2-neutralen rein batterie-elektrischen Betrieb umstellen ließe.

Die Arbeit beinhaltete:

- eine umfangreiche Grundlagenermittlung zu batterie-elektrischen Antriebssträngen,

- die Analyse der Anforderungen der Transportaufgabe einschließlich Messfahrten,

- die Formulierung des Lastenhefts für die batterie-elektrisch betriebenen Sattelzugmaschinen,

- die Marktrecherche zu Technologieanbietern,

- den theoretischen Nachweis der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit,

- den Nachweis der Reduzierung der CO2-Emissionen um 96 Prozent nach Umstellung auf batterie-elektrische Antriebsstränge.

Bisher wurde nur die Umstellung der innerstädtischen Verteilerverkehre auf elektrische Antriebe mit kleinen bis mittelgroßen Lkw betrachtet.

Wieland-Preis für Nachhaltigkeit

Der Wieland-Preis würdigt studentische Arbeiten an der Hoch-schule Ulm, deren Ergebnisse eine nachhaltige Entwicklung fördern, und zwar in Bezug auf die drei Aspekte Ökologie, Wirtschaft und Soziales. Die Vergabe erfolgt in der Regel jährlich, unter der Voraussetzung, dass eine herausragende Arbeit vorliegt, welche die Kriterien des Preises erfüllt. Dies war nach den Jahren 2008, 2010, 2011, 2012, 2013 und 2015 nun zum siebten Mal der Fall. Der Wieland-Preis für nachhaltige Technik und Wirtschaft ist mit insgesamt 6.000 Euro der höchstdotierte Preis für studentische Arbeiten an der Hochschule Ulm. .

  • Ansprechpartner Presse
  • Karin Maier
  • Telefon: +49 (0)731-944-2663
  • karin.maier@wieland.de